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Emder Zeitung, 11.03.2010
Datum:
11.03.2010
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Einweihung und Taufe in der Tagesstätte
„Wie in einer Oase": Die psychiatrische Tagesstelle am Herrengarten ist gestern neu eröffnet worden.

EZ-Bild: mkl
In den neuen Räumen der Einrichtungen „Tandem" und „Kompass" werden psychisch Erkrankte betreut.
Von MARTEN KLOSE
Emden. Die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) hat gestern eine Einweihungsparty und zugleich eine Taufe gefeiert: Die Tagesstätte „Tandem" ist komplett renoviert worden und die frühere Ambulante Psychiatrische Betreuung wurde in „Kompass" umgetauft.
Der Umbau der Einrichtung am Herrengarten hat rund zwei Monate gedauert. „ Wir sind glücklich, dass wir so tolle Räume bekommen haben", sagte der Geschäftsführer der obw, Professor Burghardt Zirpins, gestern auf der Einweihungsveranstaltung.
Oberbürgermeister Alwin Brinkmann hob in seiner Eröffnungsrede hervor, dass ihm die Umgestaltung der Räume sehr am Herzen gelegen habe: „Wir müssen auch die Schwachen in unserer Stadt fördern. Sie sollen wie andere auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen", sagte der Verwaltungschef vor rund 80 Gästen, darunter auch Vertreter des Stadtrates und des Emder Klinikums. Die Psychologen und Sozialarbeiter der Tagesstätte leisten nach Ansicht des Oberbürgermeisters eine hervorragende Arbeit. „Sie sind der feste Halt für die Menschen in Ihrer Einrichtung." Nicht nur im Hinblick auf die freundlich gestalteten Räume fühle er sich in der Tagesstätte „wie in einer Oase".
Den psychisch Erkrankten stehen jetzt unter anderem eine große Küche und ein Tagescafé, Entspannungs- und Kreativräume zur Verfügung. Auch die Bildhauerei und die Fahrradwerkstatt sind neu eingerichtet, sagte Jan Großekappenberg, der als Ergotherapeut in der Tagesstätte arbeitet. „Die Angebote werden gerne angenommen." Die fast 100 Erkrankten, die täglich betreut werden, bekommen in „Tandem" und „Kompass" Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags.
Damit diese therapeutische Unterstützung weiterhin Bestand hat, warnte die Vorsitzende des Verwaltungsrates der OBW, Cornelia Rundt, vor immer weiteren finanziellen Einsparungen im sozialen Bereich. Wenn es Konjunkturpakete gebe, müssten diese auch bei behinderten Menschen ankommen. „Sie brauchen unsere Hilfe. Daran darf die Gesellschaft einfach nicht sparen."
„Tandem" und „Kompass"
Die Einrichtung Kompass der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) versorgt Menschen mit psychischen Erkrankungen. Kompass bedeutet „Komplementäre mobile persönliche Assistenz". Ziel und Aufgabe ist es, die Patienten in allen Bereichen des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Wohnen, Freizeit und Arbeit, zu unterstützen. Die Betreuung erfolgt ambulant und besteht seit 2001. Die Tagesstätte Tandem bietet sozialtherapeutische und ergo-therapeutische Maßnahmen sowie Alltagstraining an. Auch hier sollen die Erkrankten für das Alltagsleben geschult werden. In Emden gibt es das Angebot seit 1992.
Sprechstunden finden dienstags von 10 bis 11.30 Uhr und donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr in den Räumen am Herrengarten 3 statt.

Mal-Therapie: In der Tagesstätte lernen psychisch Erkrankte, unter Anleitung ihren Alltag zu meistern. EZ-Bild: mkl


