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Emder Zeitung, 30.11.2009

Datum:

30.11.2009

Inhalt

obw zeigt, was sie kann

Ein Adventsgesteck, geschmackvoll dekoriert und nach allen Regeln der Floristik gebunden, fertigten vor den Augen von Besuchern Beschäftigte der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw). Aber nicht nur die Floristik stand gestern im Blickpunkt. Die Einrichtung für Behinderte stellte ihre im Mai eröffneten neuen Werkstätten vor und führte ihren traditionellen Weihnachtsbasar durch. Der Zuspruch war riesengroß. Zeitweise wurden die Parkplätze rund um die obw knapp. Seite 8 EZ-Bild: hw

Interesse an Werkstätten war riesengroß



Von EZ-Redakteurin UTE LIPPERHEIDE

Emden. Dicht gedrängte Menschenmassen erwarten die Besucher des traditionellen Weihnachtsbasars der obw sowieso, doch gestern wurde die Anzahl der Gäste noch einmal getoppt. Basar und Tag der offenen Tür sorgten für so viel Zuspruch, dass der Geschäftsführer der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH, Burkhards Zirpins, schon einmal überlegte, ob nicht der Weihnachtsbasar 2010 ebenfalls mit einem Tag der offenen Tür gekoppelt werden sollte.

„Es ist überwältigend", sagte Werkstättenleiterin Silke Löbbert. Mehr als 80 Behinderte zeigten in den Werkstätten, was und wie sie fertigen. Die obw bietet ihren Kunden quasi ein Rundumpaket an. „Wirhaben schon vor Jahren auf die veränderten Arbeitsbedingungen reagiert", sagte Löbbert. Maschinen wurden angeschafft, die Präzisionsarbeit leisten. Dazu benötigt die Einrichtung Fachkräfte und diese wiederum lernen behinderte Menschen an, Maschinen zu bedienen oder in anderen Produktionsabläufen tätig zu sein. Damit dies reibungslos funktioniert, sind einige der obw-Beschäftigten zu Konstrukteuren geworden. Sie haben die Maschinen so umgebaut, dass sie von dem jeweiligen behinderten Mitarbeiter gut bedient werden können. Auch werden Hilfskonstruktionen bereitgestellt, die die Fertigung vereinfachen. Da gibt es beispielsweise eine Führungsschiene, in die ein Scharnier nur in der vorgegebenen Weise eingelegt und dann einfacher mit Schrauben bestückt werden kann. Die beiden Mitarbeiterinnen, die die Scharniere zusammensetzen, zeigten sich begeistert von ihrer Arbeit: „Das geht ganz schnell."

Aber nicht nur Metallverarbeitung konnte am Sonntag bestaunt werden: Gärtnerei, Floristik, Wäscherei, Druckerei und Ledermanufaktur zeigten, was sie können und boten teilweise auch ihre Waren feil. Die Vielfalt war wie immer enorm und der Zuspruch der Kunden ebenfalls. „Wir sind rundum zufrieden. Das läuft einfach super", sagte Jörn Malanowski, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

Wie viele Grünkohlportionen - auch dies gehört traditionell zum obw-Basar - die Küche am Sonntag ausgegeben hatte, war am Nachmittag noch nicht gezählt worden. Weniger als sonst sicherlich nicht. Die Besucher nutzten alle Angebote und zeigten - und das freute Zirpins, Löbbert und Malanowski besonders - sehr viel Interesse an den Behindertenarbeitsplätzen.

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