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Ostfriesen-Zeitung, 09.05.2009

Datum:

12.05.2009

Inhalt

„Ort der Wertschöpfung und der Wertschätzung"


SOZIALES obw eröffneten gestern neues Werkstattzentrum

Die Einrichtung für Behinderte investierte knapp acht Millionen Euro. Dort entstanden etwa 200 Arbeitsplätze.

VON HEIKO MÜLLER


Architekt Norbert Freitag (links) übergab ein Gemälde und den symbolischen Schlüssel an obw-Geschäftsführer Prof. Burghardt Zirpins (Mitte) sowie an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates und der Gesellschafterversammlung der obw, Günter Famulla.

EMDEN - Nach mehr als fünfjähriger Planungs-und Bauzeit ist gestern das neue Werkstatt- und Dienstleistungszentrum der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) in Emden offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. An dem Festakt nahmen 270 Gäste teil, darunter auch die niedersächsische Sozialministerin Mechthild RossLuttmann (CDU).

Die obw investierten knapp acht Millionen Euro für den Neubau. Auf einer 7000 Quadratmeter Nutzfläche entstanden Arbeitsplätze für insgesamt etwa 200 Behinderte aus Ostfriesland. Das Gebäude im Stadtteil Harsweg beherbergt unter anderem die Werkstätten für Metallverarbeitung, die Gärtnerei, die Wäscherei und die Ledermanufaktur des Unternehmens. Geschäftsführer Prof. Burghardt Zirpins erhofft sich von dem Gebäude eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit und bessere Fertigungsabläufe. Es habe „enormen Nachholbedarf und großen Druck gegeben. „Eine hohe Produktivität ist existenziell für uns", sagte Zirpins, zumal Werkstätten für Behinderte auf dem Markt keine Sonderstellung hätten. Die Mitarbeiter dürften aber nicht überfordert werden. Die obw mache Menschen mit Behinderung Angebote, die auf deren Bedürfnisse zugeschnitten seien. „Ich habe das Gefühl, dass für uns Mitarbeiter gebaut wurde", bestätigte Detlef Janßen, Vorsitzender des Werkstattrates. Es sei „in menschliche Zukunft investiert" worden.

Ross-Luttmmann stellte das Miteinander von Behinderten und Nicht-Behinderten heraus und würdigte ebenso wie der Emder Oberbürgermeister Alwin Brinkmann sowie die Landräte Walter Theuerkauf (Aurich) und Bernhard Bramlage die Leistungsfähigkeit der obw. In den Festreden und Talk-runden während des Festak- tes war auch von einem „ Ort der Wertschöpfung und Wertschätzung der Menschen selbst" die Rede. „Menschenwürde kann nicht in Kosten gemessen werden", sagte Dr. Hinderikus Klugkist, Vorsitzender der Lebenshilfe in Emden.


Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (Mitte) ließ sich im Beisein von obw-Werkstattleiterin Silke Löbbert von Mitarbeiter Dennis Denkener die Metallverarbeitung erläutern. BILDER: MÜLLER



Die obw

Die 1964 gegründete Ostfriesische Beschäftigungs-- und Wohnstätten GmbH beschäftigt in ihren Werkstätten und Dienstleistungsbetrieben 590 behinderte Menschen. Zum Personalstamm gehören 206 Mitarbeiter.

Die Einrichtung erwirtschaftete nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von 21 Millionen Euro.

Hauptgesellschafter ist der Wohlfahrtsverband Paritätischer Niedersachsen.

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