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Überschrift

Ostfriesen-Zeitung, 01.04.2009

Datum:

02.04.2009

Inhalt

Mit kreativen Einfällen haben sie das Meer dargestellt

Gruppe „Farvecht" stellt für drei Monate Bilder und Collagen im Emder Volkswagenwerk aus


Sie freuen sich über die Möglichkeit, ausstellen zu können: Doris Rengel (v. I.), Barbara Neumann, Beate Jürgens-Willke, Frauke Lichtenberg, Dieter Neugebauer, Gerrit Schmidt, Christel Schulte, Lisa Ligmann und Frank Bakker. Die beiden Mitglieder der Kunst-Gruppe „Farvecht", Hugo Brauckhoff und Margret Juergens, fehlen.                                                                                                       BILD: ALBERDING

Die neun Mitarbeiter der Ostfriesischen Beschäfti­gungs- und Wohnstätten GmbH (obw) malen schon seit Jahren.

VON LEA ALBERDING

EMDEN - Man hat das Gefühl, an Deck eines fahrenden Schiffes zu stehen. Das Meer rauscht. Eine leichte Brise weht einem ins Gesicht." So ähnlich beschreibt die Künst­lerin Beate Jürgens-Wilke das Bild mit dem Namen „Schiff ahoi". Es ist eins von vielen, die seit vergangener Woche im Marktrestaurant bei Volks­wagen (VW) in Emden für drei Monate ausgestellt sind.

Die Hobby-Künstler der Gruppe „Farvecht" haben mit Hilfe von Beate Jürgens-Wilke mehrere Monate lang Bilder und Collagen zum Thema Meer und Natur hergestellt. Die Kunstgruppe ist ein ar­beitsbegleitendes Angebot der Ostfriesischen Beschäfti­gungs- und Wohnstätten Ge­werkschaft (obw) in Emden.

„Wenn ich mit Farben ex­perimentiere, fühle ich mich einfach frei", beschreibt Frau­ke Lichtenberg, Mitglied der Gruppe, ihre Gefühle beim Malen. Die neun Hobby-Künstler kommen bereits seit fünf Jahren jeden Freitagvor­mittag in das Atelier von Beate Jürgens-Wilke. Dort können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Malen macht Spaß", erzählt das Gruppenmitglied Gerrit Schmidt. „Vor allem mit hellen und fröhlichen Far­ben."

Die Idee zu einer Ausstel­lung bei VW kam vom Leiter des Marktrestaurants, Habbo Stöhr. Er fragte bei der Gruppe nach, die bereits Bilder für das neue Verwaltungsgebäude der Stadt Emden und das „Cafet­je" erstellt hatte.

Die neun Mitglieder mach­ten sich ans Werk: Über meh­rere Monate hantierten sie ge­meinsam mit Pinseln, Kleister und Sägen. Das Ergebnis sind maritime Bilder und Collagen mit Schiffen, Dünen und al­lem rund ums Meer. Das The­ma gefiel der Gruppe. „Es war sehr spannend und hat Spaßgemacht", erzählt Mitglied Barbara Neumann.

Beate Jürgens-Wilke, die seit 15 Jahren ihr Kunstatelier „Farbton" in Emden besitzt, ist stolz auf die Teilnehmer in der Gruppe. „Es ist eine un­glaubliche Bereicherung für mich, mit ihnen zu arbeiten", sagt sie. Das Besondere sei, dass die Teilnehmer nicht je­den Schritt planen, sagt Jür­gens-Wilke. „Sie malen ein­fach spontan drauf los." Durch diese sorglose und freie Art des Zeichnens sei auch der Name der Gruppe entstanden. Farvecht ist plattdeutsch für das Wort „Farbecht". Dieser Begriff habe neben dem künstlerischen Aspekt noch eine weitere Bedeutung, er­klärt Doris Rengel, Mitarbeite­rin vom Sozialen Dienst der obw. Der Name spiegele die Authentizität und die Klarheit der Gruppe wieder. „Sie sind spontan in ihrem Tun, und so greifen sie auch in den Farbtopf."

Die arbeitsbegleitenden Angebote seien ein Zusatz zum beruflichen Alltag der obw-Mitarbeiter, erklärt Do­ris Rengel. In verschiedenen kreativen und lebensprakti­schen Bereichen wie Kunst, Sport, Musik und Ernährung bekommen die Mitarbeiter die Möglichkeit, freier, selbst­bewusster und eigenständiger zu werden. „Dieses soll helfen, ihre Persönlichkeit weiterzu­entwickeln", erklärt Doris Rengel.

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