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Delmenhorster Kreisblatt, 09.04.2008
Datum:
09.04.2008
Inhalt
„Rote Teufel“ verlieren trotz großem KampfLebenshilfe mit 0:4 zum Heimauftakt
Markus Fraatz und Erich Moldenhauer sind wichtige Stützen beim neu formierten Team.
Von Gerrit Dauelsberg Ganderkesee. Am Ende feierten die Gäste ausgelassen ihren Erfolg: „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“ skandierten die Spieler der OWB Emden nach der Partie bei den „Roten Teufeln“. Diese hatten sich ihre Heimpremiere in der neu gegründeten Behindertenliga Niedersachsen sicherlich anders vorgestellt – doch beim 0:4 (0:1) gegen stark spielende Emder waren sie letztlich chancenlos.„Wir waren nicht gut genug im Torabschluss“, bemängelte Trainerin Jutta Lobenstein. Richtig ärgern wollte sich die engagierte Übungsleiterin aber nicht: „Die Mannschaft hat das gespielt, was sie kann.“ Mithalten konnte ihr Team allerdings nur in der ersten Hälfte. Im zweiten Durchgang zeigten die technisch versierten Gäste den „Teufeln“ ihre Grenzen auf und brachten den Spielern aus Delmenhorst und Ganderkesee nach einem 2:0-Sieg zum Auftakt in Bersenbrück die erste Niederlage bei.
Die Mannschaft der Lebenshilfe Delmenhorst hätte aber ohne Zweifel zumindest einen Ehrentreffer verdient gehabt. Mit ungeheuer viel Herzblut ging das neuformierte Team vor 120 lautstarken Zuschauern zu Werke und scheute gegen die spielerisch überlegenen Gäste keinen Zweikampf. Mittendrin war dabei Torwart Markus Fraatz, der bei einigen Rettungsaktionen Kopf und Kragen riskierte und sein Team so vor einer höheren Pleite bewahrte.
Für Fraatz ist die Position zwischen den Pfosten eigentlich eher ungewohnt. Bei seinem Stammverein SG Bookhorn spielt er normalerweise im Feld. Doch dass er auch im Tor eine gute Figur macht, wissen seine Kameraden nicht erst seit dem gestrigen Spiel. Fraatz selbst weiß durchaus um seine Unentbehrlichkeit: Wenn Bookhorn und die Lebenshilfe-Mannschaft zeitgleich spielen, weiß er wofür er sich entscheidet: „Dann spiele ich für die Roten Teufel, die brauchen schließlich einen Torwart.“
So ist Fraatz eine wichtige Stütze in einem Team, das seiner Existenz einem Radiobeitrag verdankt: Im September letzten Jahres hörte Jutta Lobenstein von der Gründung einer Liga für Menschen mit geistiger Behinderung. Sofort begann die Lebenshilfe-Mitarbeiterin mit der Planung für ein eigenes Team, das in dieser bundesweit einzigartigen Liga an den Start geht. In drei Staffeln kämpfen 22 Mannschaften um die Teilnahme an der Landesmeisterschaft im Juni. Dort möchte auch Erich Moldenhauer um den Titel kämpfen, sein Team muss dafür aber mindestens Zweiter werden. Moldenhauer gehört im Lobenstein-Team zu den erfahreneren Spieler, bis vor zwei Jahren spielte er im Team der Delmewerkstätten. Auch darüber hinaus ist der Mittelfeldspieler eine echte Sportskanone: Für die BSG Delmenhorst spielt er zusätzlich noch Faustball und Tischtennis. Auch für Schwimmtraining findet der 41-Jährige neben seiner Tätigkeit in der Elektroabteilung der Delmewerkstätten noch Zeit. Den nächsten fußballerischen Einsatz wird es für Moldenhauer und seine „Teufel“ am 21. April im Heimspiel gegen Nordenham geben – auch dann wird wieder viel Herzblut im Spiel sein.


