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Emder Zeitung, 22.09.2007
Datum:
25.09.2007
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Frische Farbe für die StadtverwaltungSieben Menschen mit Behinderung haben Kunstwerke über Emden gemalt.
Von EZ-Mitarbeiterin SUSANNE SCHÄFER
Emden. Amateur-Maler der Ostfriesischen Beschäftigungsund Wohnstätten GmbH (obw) haben Bilder für und über die Stadt Emden gemalt. Die Leihgabe von insgesamt 17 Kunstwerken haben sie gestern der Verwaltung übergeben.
Windräder, die Kunsthalle, das Rathaus, das Feuerschiff, das Otto Huus oder das Schützenfest: Die Motive der Bilder sind vielfältig und haben doch eines gemeinsam - sie stehen unter dem Oberthema „Unsere Stadt Emden".
Gerrit Schmidt (29), Mitarbeiter der obw, mochte Kunst schon immer, aber über Emden zu malen hat ihm besonders gut gefallen. In kompletter Eigenleistung hat er das Bild „Das Meer" gemalt: „Ich wollte etwas ausprobieren und das ist mir Stück für Stück gelungen." Dem pflichteten ihm gestern alle bei, als die Kunstwerke präsentiert wurden.
Auf zwei Leinwänden hat Schmidt in vielen Blautönen das Meer gemalt. Die zwei Bildteile hat er dann mit einer Holzlatte verbunden. Orange angemalt leuchtet diese zwischen dem Blau hervor und bringt das Meer zu Geltung.
Seit April hat sich die Gruppe jeden Freitag in der Galerie Farbton mit Beate Jürgens-Wilke getroffen. Dort in der Bollwerkstraße haben sie jeweils immer anderthalb Stunden an den Kunstwerken gearbeitet.
Beate Jürgens-Wilke erklärte die Vorgehensweise beim Projekt: „Im Wappen der Stadt Emden finden sich die Farben gelb, rot und blau - deswegen haben wir auch nur diese drei Grundfarben verwendet." Für die Teilnehmer sei es eine unglaublich gute und wichtige Erfahrung gewesen, aus diesen neue Farben zu mischen. Fast jedes Kunstwerk ist außerdem aus mehreren Bildern zusammengesetzt, so dass Gemeinschaftsarbeiten entstanden sind. So wie die Werke „Kunsthalle" oder „Rathaus".
Die Gemälde und Collagen werden in den nächsten Tagen im Verwaltungsgebäude III in der Maria-Wilts-Straße aufgehangen. In dem neu gebauten Gebäude in der Wasserstadt befinden sich seit Januar dieses Jahres die Fachbereiche Jugend Schule und Sport sowie Gesundheit und Soziales und das Standesamt. Mit den 17 Kunstwerken sollen Besprechungsräume und Wartebereiche verschönert werden. Bereits jetzt hängt das Bild „Hafentor" über dem Fahrstuhl im Eingangsbereich. Doris Tempel und Thomas Sprengelmeyer als Fachbereichsleiter, freuten sich gestern sehr darüber, wie die Bilder in den bisher noch hellen und unpersönlichen Räumen wirkten. „Es ist sehr interessant, wie Emden von Emder Künstlern wahrgenommen wird", sagte Sprengelmeyer. Einige Bilder sind aus ungewöhnlicher Perspektive gemalt. So sind die Kesselschleuse und die Autoverladung bei VW aus der Vogelperspektive zu sehen.
Seit 2004 bietet die obw arbeitsbegleitende Maßnahmen für ihre Mitarbeiter an. Die Angebote aus den Bereichen Sport, Kunst, Musik oder Lebenspraxis sollen zur Entwicklung der Persönlichkeit beitragen, erklärte Diplom-Sozial-pädagogin Doris Rengel. Besonders der Bereich Kunst sei eine wichtige Möglichkeit, die Sinne der Teilnehmer anzusprechen, sagte Rengel.
Die Idee zu dieser Kooperation hatte Doris Tempel, die nicht nur Fachbereichsleiterin für Gesundheit und Soziales, sondern auch stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende bei der obw ist. Sprengelmeyer sprach gestern auch eine Einladung an die Emder Bevölkerung aus, die Kunstwerke im Verwaltungsgebäude III anzuschauen.


