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Ostfriesen Zeitung 06.03.2012

Datum:

06.03.2012

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obw-Mitarbeiter zeigen knallige Werke.

Behinderte Menschen präsentieren Ausdrucksbilder im Emder Pelzerhaus.

Bis zum 23. März ist „mal bunt gedacht“ noch im Kulturcafé zu sehen. Zwei Studentinnen der Hochschule haben mit den Künstlern gearbeitet.  

Leuchtend rot bis quietschend grün – die Ausstellung „mal bunt gedacht“ macht ihrem Namen alle Ehre. Vier Mitarbeiter der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) machten bei einem studentischen Projekt rund um Ausdrucksmalerei mit.

Besonders daran ist: Den Künstlern ist es durch Autismus, geistige Behinderung oder Mutismus (Schweigen aufgrund psychischer Ursachen) nur eingeschränkt möglich, sich auszudrücken. Die Malerei biete ihnen die Möglichkeit, sich ohne Worte mitzuteilen, sagt Dorothee Herrmann, die das Projekt zusammen mit Inga Staats begleitete. Am Donnerstag wurde eine Jubiläumsausstellung im Kulturcafé des Pelzerhauses in Emden eröffnet, bei der die knallbunten Bilder zu sehen sind. Ein Jubiläum ist es deshalb, weil die Zusammenarbeit der Partner seit zehn Jahren besteht.

„Die Ausstellung ist ein echtes Ereignis für die Teilnehmer“, sagt Staats. Sie und Herrmann studieren Soziale Arbeit an der Hochschule Emden/Leer. Das Projekt ist Teil ihres Studiums, das auf soziale Kulturarbeit ausgerichtet ist.

Ein Jahr lang haben die beiden Studentinnen mit den Hobby-Malern zusammengearbeitet, dabei aber auch andere Dinge wie Töpfern, Specksteinarbeiten und Musik ausprobiert. Einmal in der Woche trafen sich die 24-Jährigen mit den vier Laien- Künstlern der obw in der Malschule der Kunsthalle Emden.

Die Malgruppe besteht seit zehn Jahren, bei diesem Projekt stellten vier von ihnen aus: Silke Harms, 37, ist dort bereits ein Urgestein. Monika Neiß ist 55 Jahre alt und mittlerweile seit sieben Jahren dabei. Jörg Harms, 39, ist noch neu in der Gruppe, und der 34-jährige Eberhard Telkamp malt seit vier Jahren mit.

„Sie sollten möglichst keine Idee im Kopf haben, sondern einfach loslegen“, sagt Herrmann, und so entsprechen die Bilder dem Ausstellungstitel, bunt zu denken und bunt zu malen. Regeln gab es dennoch: „Die Gruppe sollte bei den wöchentlichen Terminen gemeinsam mit dem Malen anfangen und gemeinsam aufhören“, erzählt sie weiter. Außerdem durfte während des Malens nicht gesprochen werden, fügt Staats hinzu.

Große Freude hätten die Teilnehmer an dieser Kunstform gehabt, weil die Gestaltung der Bilder völlig frei gewesen sei. Und es habe keinen Maßstab gegeben, dass die Bilder schön sein sollten, sagt Herrmann.

Die Angestellten der obw können regelmäßig bei Projekten mitmachen. Dass ein Kunstprojekt aber auf eine Ausstellung hinauslaufe, sei die Ausnahme.

Am Ende war es nicht nur ein Projekt: Die angehenden Sozialarbeiterinnen können sich vorstellen, genau diese Arbeit später beruflich zu machen.

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