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Sonntags Report 05.02.2012

Datum:

07.02.2012

Inhalt

Zwischen Info-Inseln und vor Lachen tränenden Augen

Rhauderfehn: Lebendige Einweihung für Tagesstätte „Tandem“ am Rajen

Westrhauderfehn „Es geht mir gut“ – das Lied von Marius Müller-Westernhagen
war eines der finalen Lieder von „Muffin Top“. Auftrag der Band am Mittwoch der
letzten Woche: Das musikalische Finale der „Tandem“-Eröffnungsfeier zu begleiten.
Die Textpassage „Mach dir keine Sorgen, es wird schon weitergehen“ des Marius-
Klassikers passt gut zum Konzept der Tagesstätte: Solange psychisch erkrankte Menschen bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen, bis sie wieder selbst durch das Leben schreiten können – und Mut zu machen. 
Träger ist die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten-GmbH (obw) aus Emden. Im November des letzten Jahres wurde der Betrieb aufgenommen, am 25. Januar die offi zielle Eröffnung gefeiert. Erika Bruns leitet neben der Tagesstätte am Rajen 3 auch das Pendant in Leer. Die Resonanz auf den mit Info-Gesprächen, Diskussionsrunden sowie Musik und Theater gespickten Tag freute sie: „Das hat uns überrascht. Uns haben sehr viele Menschen aus den verschiedensten Berufsgruppen besucht.“ Gleichzeitig sei der Terminkalender für persönliche Gespräche mit möglichen Nutzern jetzt gefüllt. Das sieht sie nicht nur positiv: „Es macht natürlich auch traurig. Es bestätigt die Vermutung, dass viele Menschen betroffen sind, die sonst alleine gelassen werden.“
Aktuell nehmen neun Menschen das Angebot der „Tandem“-Anlaufstelle in Anspruch. Selbst wenn Bereiche wie das Café alleine ihnen offen stehen, von der Nachbarschaft abgeschottet werden sie dort nicht. Im Gegenteil, betont Erika Bruns: „Sie sollen am Leben in der Gemeinde teilnehmen.“ Hauptmotivation für die eigene Arbeit sei der Dank derjenigen, die durch die Eingangspforte schreiten und sich für die Betreuung entschieden: „Das treibt uns weiter an, Überzeugungsarbeit zu leisten, unser Angebot anzunehmen.“ Mit der Adresse in Rhauderfehn verfolgt die obw das Ziel weiter, in mehreren Orten Anlaufstätten zu bieten. Martin Erb, Wohnstättenleiter bei der obw in Emden und Mitglied der Band „Muffi n Top“: „Damit wird für die Menschen viel Fahrerei vermieden. Außerdem sind wir in Leer einfach auch an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen.“

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