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Überschrift
General Anzeiger, 26.01.2012
Datum:
26.01.2012
Inhalt
„Ein Thema, an dem wir nicht vorbeischauen dürfen“
VERANSTALTUNG Politiker und Experten betonen Wichtigkeit der neuen Westrhauderfehner Einrichtung
WESTRHAUDERFEHN / OLE - Auch wenn gestern die Freude über die offizielle Eröffnung der neuen Tagesstätte für psychisch Kranke in Westrhauderfehn groß war: „Eigentlich ist es ein Anlass, der auch betrüblich stimmt, weil der Bedarf nach solcher Hilfe groß ist“, sagte der Geschäftsführer der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten-Gesellschaft (obw), Prof. Dr. Burghard Zirpins beim Festakt im Rhauderfehner Rathaussaal. Er lobte bei allem das enge, vielfältige Netz der Hilfe-Stellen, die es für die Betroffenen inzwischen gebe. Der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage ging einfühlsam auf die Probleme der Erkrankten ein und verwies darauf, dass es nur gemeinsam gelingen könne, den Betroffenen zu helfen, vom Rand wieder zurück in die Mitte der Gesellschaft zu gelangen. Auch lobte er die hervorragende Arbeit der Einrichtung, die in Leer bereits seit 1996 erfolgreich ist und 41 Betreuungsplätze hat. Wichtig sei indes auch ein wohnortnahes Angebot, weswegen die neue Westrhauderfehner Einrichtung bedeutsam sei. Die vom obw getragene Einrichtung wird vom Sozialamt des Landkreises finanziert, der dafür Mittel vom Land aus der Wiedereingliederungshilfe erhält.
Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller sagte: „Dies ist ein Thema, an dem wir nicht vorbeischauen dürfen, und es ist gut, dass die Tagesstätte an einem Ort ist, der zentral liegt, und an dem man kaum vorbeisehen kann.“ Niemand sei davor gefeit, durch unerwartete Krisen in Probleme zu geraten. Umso wichtiger sei ein vorurteilsfreier Umgang miteinander, wenn solche Nöte auftauchten. Cornelia Rundt, obw-Gesellschafterin und Vorstand im Paritätischen Wohlfahrtsverband in Niedersachsen, verwies darauf, wie wichtig es sei, „diejenigen zu stützen, die im Wirbelwind immer komplexerer Weiterentwicklungen in der Gesellschaft aus dem Leben und aus dem Umfeld gefallen sind“.
In der Tagesstätte selbst gab es gestern noch bis in den Abend Programm – Talkrunden mit Experten und Betroffenen, Musik, plattdeutsche Sketche und Fachvorträge sowie Führungen durch die Einrichtung.


