Wir sind Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen

Navigationspfad


Überschrift

Ostfriesen Zeitung, 12.11.2011

Datum:

14.11.2011

Inhalt

Zahl der zu betreuenden Kinder wächst

PÄDAGOGIK Verein Frühförderung Emden feierte gestern im Pelzerhaus sein 30-jähriges Bestehen

Er hofft, dass die Stadt die qualitativ hochwertige Arbeit der Frühförderstelle auch in Zukunft finanziell absichert.

VON HEIKO MÜLLER

EMDEN - Bestmögliche Unterstützung und Hilfen für Kinder, die behindert, von Behinderung bedroht oder in ihrer Entwicklung verzögert sind, sowie für deren Familien will auch in Zukunft die Emder Frühförderstelle bieten. Das kündigte die Vorsitzende des Trägervereins Frühförderung Emden, Elfriede Wilts, gestern am Rande der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Vereins im Pelzerhaus an.
Wilts wünscht sich, dass die Stadt diese Einrichtung weiterhin finanziell so ausstattet, dass die qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit gesichert werden kann. Zunehmend in den Vordergrund rücke dabei auch das Ziel der Integration und Inklusion der betroffenen Kinder. Die Vorsitzende: „Wir wollen dazu beitragen, den Kindern und ihren Eltern ein ‚normales Leben‘ zu ermöglichen.
“ Nach Angaben von Wilts betreut die Frühförderstelle heute im Durchschnitt 54 Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren einmal wöchentlich.
Damit seien die fünf pädagogischen Mitarbeiterinnen ausgelastet. Vier von ihnen arbeiten in Teilzeit. Die Sozialpädagoginnen beziehungsweise -arbeiterinnen, die über Zusatzausbildungen verfügen, besuchen die Kinder in der Regel zu Hause in deren vertrauter  Umgebung. Gearbeitet wird aber auch mit Kleingruppen.

Die Zahl der zu betreuenden Kinder hat sich nach Angaben des Trägervereins in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Der Anstieg hatte zur Folge, dass nach Verhandlungen mit der Stadt Emden vor drei Jahren eine zusätzliche Stelle geschaffen wurde, die sich zwei Mitarbeiterinnen teilen. Wegen des größeren Teams zog die Frühförderstelle im Oktober 2008 in größere Räume in der Kolberger Straße um. Vorher war die Einrichtung 27 Jahre lang an der Rudolf- Breitscheid-Straße ansässig.

Zur Geburtstagsfeier des Vereins Frühförderung, den  fünf Frauen und fünf Männer am 12. Mai 1981 aus der Taufe hoben haben und der heute 15 ehrenamtliche Mitglieder hat, kamen rund 70 Gäste. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag der Diplom-Psychologin Brigitte Wieneke, die den frühkindlichen „Weg ins Leben“ beschrieb. Die Mitarbeiterin des Bremer Instituts für Begleitung und Beratung skizzierte die Entwicklungsstufen eines Kindes vom Säuglingsalter bis zum ersten Aufrichten und betonte, wie wichtig dabei die Begleitung durch Bezugspersonen ist. Vieles müsse erlernt und erfahren werden, bis ein Kind beispielsweise die ersten Schritte wagt. Das Fazit der Expertin: „Jeder Mensch muss seine Möglichkeiten auf dem Weg ins Leben entdecken, egal welche Voraussetzungen er hat.“ Jeder Mensch sei „in seinem Sein ein ganzer Mensch und damit wertvoll“.

PDF-Version
Druckversion