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Sonntagsblatt, 14.08.2011
Datum:
15.08.2011
Inhalt
Genügend freiwillige Helfer bei den obw
Entgegen dem Bundestrend kann die soziale Einrichtung in Emden ihre bisherigen Zivistellen besetzen.
Emden. Die Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten (obw) in Emden haben keinerlei Probleme ihre bislang stets von Zivildienstleistenden zu besetzenden 55 Stellen wieder zu besetzen. Entgegen dem Bundestrend kann sich die obw nicht über ein Mangel an Bewerbern für den Bundesfreiwilligendienst (BFD), der den Zivildienst zum 1. Juli diesen Jahres abgelöst hat, sowie über Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) beklagen.
Das teilte der obw-Verwaltungsleiter Andreas Blaurock gestern gegenüber der Emder Zeitung mit, nachdem die obw weitere 28 FSJler und zehn BFDler als freiwillige Helfer begrüßt und eingestellt hat. Wie berichtet, waren die ersten fünf BFD-Beschäftigten bereits zum 1. Juli bei der obw angefangen. „Damit können wir die weggefallenen und zuletzt nur noch auf sechs Monate festgesetzten Zivistellen kompensieren”, hatte Blaurock bereits vor sechs Wochen geäußert. Ebenso falle jetzt mit dem BFD der ständige Wechsel mit den Zivildienstleistenden, die gute Arbeit und in den verschiedenen obw-Bereichen wie Wohn-, Tages- und Werkstätten sowie im Fahrdienst geleistet habe, weg. Die BFDler haben zunächst einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag in Teil- oder Vollzeit erhalten. Anders als beim Zivildienst, können die Bundesfreiwilligendienstler ab 27 Jahren auch in Teilzeit mit mindestens 20 Wochenstunden arbeiten.
Neben dem Interesse sich sozial zu engagieren sind die Gründe für die Teilnahme am freiwilligen Dienst laut obw unterschiedlich. Für die Emderin Elisabeth Schröter bietet der BFD die Möglichkeit zum beruflichen Wiedereinstieg. „Ich war die letzten Jahre zu Hause um meine Mutter zu pflegen. Da ich die obw gut kenne und mir die Arbeit mit Menschen viel Freude bereitet, habe ich mich für den BFD bei der obw beworben.” Sie arbeitet jetzt seit dem 1. August in der Floristik „Blütenzauber”.
„Auch die Bereitschaft der jungen Menschen, ein FSJ bei der obw zu absolvieren, die seit diesem Jahr auch Träger für die Durchführung des FSJ ist, ist hoch, sagte Blaurock. Es sei für sie eine Chance, für ihren weiteren Lebens- und Berufsweg Klarheit und Orientierung zu gewinnen und erst einmal eine „Denkpause” zwischen Schule und Ausbildung einzulegen. Blaurock: „„Während andere Einrichtungen Probleme haben ihre bislang von Zivildienstleistenden ausgefüllten Stellen wieder zu besetzen, haben wir bei der obw eine große Nachfrage.” Man habe allerdings auch frühzeitig Anzeigenwerbung geschaltet.
Allerdings profitieren in diesem Jahr wohl alle Einsatzstellen vom Abitur-Doppeljahrgang. Über die Hälfte der neuen FSJler bei der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten Gesellschaft in Emden sind Abiturienten.


