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Emder Zeitung, 02.07.2011

Datum:

04.07.2011

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Freiwillige schließen Zivi-Lücken bei obw

Das Ende des Zivildienstes ist der Anfang des Bundesfreiwilligendienstes (BFD).

Von EZ-Redakteur
MANFRED ULFERTS 
Emden. Das mit Monatsbeginn eingeläutete Ende des Zivildienstes wird bei den Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten (obw) in Emden nicht als Problem gesehen. Mit dem nunmehr seit dem 1. Juli greifenden Bundesfreiwilligendienst (BFD) will die obw die zukünftig wegfallenden und zuletzt nur noch auf sechs Monate festgesetzten Zivistellen kompensieren. Diese Einschätzung gab obw-Verwaltungsleiter Andreas Blaurock gestern im Gespräch mit Emder Zeitung. Gleichzeitig stellte er im Beisein von Fahrdienstleiter Erwin Kahrels und Personalsachbearbeiterin Diana Bachmeier die ersten fünf BFD-Beschäftigten bei der obw vor. Zehn weitere folgen im August.

Insgesamt 55 Zivildienstplätze müssen bei der obw neu besetzt werden. „Unsere Zivis haben gute Arbeit und in den verschiedenen obw-Bereichen wie Wohn-, Tages- und Werkstätten sowie im Fahrdienst einen wichtigen Beitrag geleistet. Dennoch fällt jetzt mit dem BFD der ständige Wechsel mit den Zivildienstleistenden weg”, sagten Blaurock und Kahrels. Beide gehen auch davon aus, dass wieder mehr Ruhe und Verlässlichkeit mit dem Bundesfreiwilligendienst einkehrt. „Gerade bei uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter Vertrauen aufbauen”, sagte der Fahrdienstleiter.

Doch nicht nur die Einsatzstellen gewinnen künftig vom Engagement, auch die Freiwilligen. „Sie übernehmen aktiv Verantwortung und sammeln wichtige Erfahrungen und Kompetenzen, die sie beispielsweise bei der Berufsorientierung oder der Arbeitsplatzsuche unterstützen”, betonte der Verwaltungsleiter. Ähnlich sehen es auch die fünf BFDler, die zunächst einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag in Teil- oder Vollzeit erhalten haben. Anders als beim Zivildienst, können die Bundesfreiwilligendienstler ab 27 Jahren auch in Teilzeit arbeiten.

Diese Chance nutzt jetzt die 43-jährige in Hinte wohnende Emderin Sonja Müller, die sich auf die Anzeige - BFD-Mitarbeiter gesucht - beworben hat. „Ich war zuletzt bei einem Busbetrieb tätig und wollte jetzt in einem mehrschichtigen Betrieb arbeiten”, sagte die gelernte Arzthelferin. Der Frührentner Holger Trentepohl suchte nach einem Mini-Job, auf 400-Euro-Basis. „Die obw ist ein vielschichtiger Betrieb, bei dem ich als Fahrer arbeiten kann”, sagte der 53-jährige Emder, der in Campen wohnt.

Die drei jungen Erwachsenen Ingo Wilts (20), Jonas Bauer (20) und Kevin Potthast (24) sehen ihren Bundesfreiwilligendienst als weitere Berufsorientierung an. Die Emder wollen sehen, wohin ihr beruflicher Weg führt.

Die beiden 20-jährigen bisherigen Schüler kommen bereits „vorbelastet” zur obw. „Durch meine Eltern, die ebenfalls bei obw beschäftigt sind, kenne ich schon viele obwler. Zudem ist es ein vielschichtiges Unternehmen”, sagte Ingo Wilts. Den Umgang mit Menschen will Jonas Bauer weiter kennenlernen. Er hat als Praktikant bereits im Krankenhaus und Kindergarten in soziale Bereiche hinein geschnuppert. Der gelernte Stahlbauer Kevin Potthast hatte nach seiner Ausbildung vor vier Jahren bereits bei obw seinen Zivildienst geleistet. Danach war er Taxifahrer. Das kommende Jahr bei obw sieht er als Sprungbrett für seinen weiteren Berufsweg an.

„Während andere Einrichtungen Probleme haben ihre bislang von Zivildienstleistenden ausgefüllten Stellen wieder zu besetzen, haben wir bei der obw eine große Nachfrage”, sagte Andreas Blaurock. Man habe allerdings auch frühzeitig Anzeigenwerbung geschaltet.

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