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Ostfriesen Kurier, 18.06.2011
Datum:
27.06.2011
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obw weiht Tagesstätte „60-plus” ein
Der Oberbürgermeister dankte der „obw-Lok“ Burghardt Zirpins für sein Engagement.
Emden/EZ - Die Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) hat gestern die Tagesstätte „60 plus” im Stadtteil Friesland eröffnet. Neben dem bereits bestehenden Wohnbereich können dort Menschen mit Behinderung, die vom Arbeitsleben ins Rentenalter übergehen, ihren Tagesablauf sinnvoll gestalten. Insgesamt wurden 850 000 Euro in den Umbau investiert.
Professor Burghardt Zirpins, Geschäftsführer der obw, sagte in seiner Eröffnungsrede: „Wir stehen hier in der alten Turnhalle, die jetzt in einen Multifunktionsraum umgestaltet wurde.” Neben der Turnhalle befand sich hier früher auch die obw-Druckerei, die jetzt in der Herderstraße angesiedelt ist. Klaus-Dieter Mertins vom obw-Integrationsfachdienst arbeitet jetzt in der alten Dunkelkammer, die nun Fenster hat.
Zirpins begrüßte eigens die Nachbarn aus dem Stadtteil. Die mussten sich während der Umbauphase auch mit dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen auseinandersetzen. Der obw-Chef bot ihnen an, den Multifunktionsraum auch zu nutzen - gute Nachbarschaft sei wichtig. „Mir wurde gesagt, dass wir schwierige Bauherren seien”, sagte Zirpins weiter und fuhr fort: „Das müssen wir aber auch sein, das Geld soll schließlich sinnvoll ausgegeben werden.”
Helle, freundliche und bei schönem Wetter sonnendurchflutete Räume sind entstanden, die sich in den schon vorhandenen und modernisierten Wohnbereich einpassen. Und vor allem barrierefrei ist der insgesamt 941 Quadratmeter große Umbau jetzt, damit alle überall hingelangen können. Die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Insa Klarmann erklärte zudem in der alten Tagesstätte - direkt neben dem Umbau - die Probleme mit „unüberwindlichen” Barrieren.
Oberbürgermeister Alwin Brinkmann betonte in seiner Rede, dass es nie eine Frage gewesen sei, ob der Rat die obw unterstützen würde. Auch in Zeiten knapper Kassen hätten Rat und Verwaltung immer Möglichkeiten gefunden, Geld für die obw in die Hand zu nehmen. Vor allem dankte er der „obw-Lok” Burghardt Zirpins für sein Engagement. Der gab die Anerkennung prompt an alle Mitarbeiter weiter.
Bewohnerin Marianne Harms findet es „einfach nur Klasse”, dass sie bei der obw in jeder Lebenslage einen Platz gefunden habe. Und da sie mittlerweile viele der anderen Mitbewohner kenne, sei es jetzt im Alter besonders schön, nach dem Arbeitsleben in der Gemeinschaft bleiben zu können: „Wenn es mir einmal nicht so gut geht, dann bekomme ich hier Hilfe. So muss ich als alter Baum nicht mehr verpflanzt werden.”
Bei den Feierlichkeiten lief ein Film über Marianne Harms, in dem ihr Tagesablauf kurz skizziert wird. Die 62-Jährige ist mittlerweile seit 47 Jahren bei der obw. Seit einer Pockenimpfung in der Kindheit ist sie stark gehbehindert.
Drei ganz wichtige Punkte sind nach Darstellung des Tagesstättenleiters Bernhard Lutzki in die Planung des Umbaus mit eingeflossen: Die Gemeinschaft erhalten, die Bewohner in allen Sinnen anregen und es die Bewegung erleichtern. „Wir fühlen uns hier wohl und sind glücklich über den Umbau”, sagte Lutzki. Er saß mit im Chor, der die Feierlichkeiten musikalisch begleitete: „Die Musik zeigt ganz gut, wie wohl wir uns hier fühlen.”
Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Gäste in nicht belegten Wohnräumen, Aufenthaltsräumen und im gesamten unteren Bereich über den Umbau informieren. Erinnerungen wurden wach: „Hier war doch ...” oder „Was stand hier denn noch?” Wo einst ein „dunkles Loch” gewesen sei, erstrahlten jetzt freundliche und auf die Bedürfnisse der Bewohner angepasste Räume. obw-Geschäftsführer Burghardt Zirpins hat schon weitere Bauvorhaben im Hinterkopf: „Dazu sage ich hier aber nichts.” Nur so viel: es diene der Beruhigung des gesamten Geländes an der Föhrstraße.


