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Emder Zeitung, 06.06.2011

Datum:

06.06.2011

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Gänsehaut-Atmosphäre mit über 1400 Firmen-Läufern

Der Runtime-Firmenlauf verzeichnete in diesem Jahr einen neuen Teilnehmer-Rekord.

Von EZ-Redakteur LARS MÖLLER  0 49 21 / 89 00 441

Emden. Ein gebrochener Rekord, begeisterte Läufer und Zuschauer, strahlender Sonnenschein: Beim 21. Matjes-Lauf stimmte am Sonnabend einfach alles. Zur grandiosen Fest-Stimmung in der Emder Innenstadt trug auch in diesem Jahr der Firmenlauf bei, der mit mehr als 1400 Finishern (1604 Anmeldungen) einen neuen Rekord verzeichnete.
Ein beeindruckendes Bild bot sich den Zuschauern schon vor dem Startschuss. Meterlang schlängelte sich das Feld der Läufer von der Startlinie bis auf die Faldernbrücke. Die ersten waren schon in die Neutorstraße eingebogen, da liefen die Sportler, die sich weiter hinten aufgestellt hatten, erst los - echte Gänsehaut-Atmosphäre für alle Beobachter.
Wie auch in den Vorjahren kämpften Hunderte Teams um die besten Zeiten, wobei der sportliche Ehrgeiz zwar zur Spannung beitrug, aber nicht im Vordergrund stand. Die Fünf-Kilometer-Distanz schien auch vielen Gelegenheits-Läufern und Neueinsteigern machbar. Die erfahreneren Teams, wie die des Volkswagenwerks Emden, die mit 430 Läufern viel zum Teilnehmer-Rekord beisteuerten, wollten sich aber wieder möglichst weit vorne platzieren. Interessant wie immer der Vergleich von Teams gleicher Branchen. So konnten sich bei den Frauen die „Zinsmäuse” der Sparkasse Emden (3. Platz) gegen die „Meister der Kondition” von der Ostfriesischen Volksbank (6. Platz) behaupten. Bei den gemischten Mannschaften mussten die Lehrer des Gymnasiums am Treckfahrtstief (13. Platz) ihren Kollegen vom Johannes-Althusius Gymnasium (8. Platz) den Vortritt lassen. Ebenfalls vorne dabei die Teams von VW, SIAG, der Wasserschutzpolizei, Kerns Fachwerkhäuser und AWO Wohnen und Pflegen.
„430 Läufer, das ist ein toller Erfolg”, sagte Jens Hermann, VW-Werkleiter in Emden, nicht ohne Stolz über die große Beteiligung seiner Mitarbeiter. Hermann selbst war im vergangenen Jahr zum ersten Mal beim Firmenlauf gestartet. „Das war so eine Schnapsidee. Irgendwann konnte ich nicht mehr 'Nein' sagen. Ich habe dadurch den Spaß am Laufen wieder gefunden”, sagte Hermann im Gespräch mit der Emder Zeitung.

Sozusagen mit gutem Vorbild voraus gingen auch zwei andere Firmen-Chefs: Burkhard Zirpins, obw-Geschäftsführer, und Jörg Rückels von der gleichnamigen Büro-Organisation. Beide starteten für die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH. Zwar war das Frauen-Sieger-Team 2010 der obw, „ostfreesland's besünne wieben” diesmal in dieser Form nicht am Start, mit sechs Mannschaften und 29 Läufern stellten Zirpins' Mitarbeiter aber auch so eine respektable Größe dar. „Wir haben ja gerade erst den 2. Platz in der Firmenwertung des Ossi-Loops gemacht. Da kommt der Matjes-Lauf 14 Tage später gerade recht”, sagte Zirpins, selbst begeisterter Hobbyläufer. Am Ende hatte das „Team 1” der obw bei den Männern mit dem siebten immerhin einen Platz unter den besten Zehn erreicht. Der schnellste Läufer des Teams, Daniel Steffens, schaffte die 5 Kilometer in nur 18:57 Minuten.

Ganz so schnell war Jörg Uden zwar nicht, mit etwas mehr als einer halben Stunde schaffte der auszubildende Krankenpfleger aber sein gestecktes Ziel. „Im letzen Jahr waren es 28 Minuten, aber diesmal habe ich nicht so viel trainiert, bin nur vier-, fünfmal vorher gelaufen”, sagte Uden, der direkt von der Frühschicht im Klinikum Emden zum Firmenlauf geeilt war.

Für einige Starter war es am Sonnabend die erste Teilnahme überhaupt. So auch für Peter Visser von der Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft (EVAG): „Die Kollegen in der Abteilung haben mich motiviert.” Motivation für ihre vierte Teilnahme am Firmenlauf war für Nina Deepen von der Stadt Emden, „dass wir als Gemeinschaft auftreten”, aber dennoch „jeder sein eigenes Tempo laufen kann.”

Neben dem Gemeinschaftserlebnis reizt viele auch der interne Wettkampf in den Betrieben. Bei der Firma Busse macht man sich ebenso einen Spaß daraus, wie Inhaber Peter Busse sagte. Der „schnellste Chef 2010”, so der Name eines Sonderpreises der Emder Zeitung, stapelte vor dem Lauf vorsichtshalber tief. Sein Ziel: „Ankommen, viel Spaß haben und anschließend einen schönen Abend haben” - er wurde wieder schnellster Chef.

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