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Emder Zeitung, 24.05.2011
Datum:
24.05.2011
Inhalt
1662 Mal himmelblauer Lohn für fast 70 Kilometer
Der 30. Ossiloop ist Geschichte. Ein Rückblick auf viele kleine Erfolge auch neben dem offiziellen Siegertreppchen.
Von EZ-Redakteur JÖRG-VOLKER KAHLE
Ostfriesland. Es ist himmelblau in diesem Jahr, seit dem vergangenen Freitagabend gibt es 1662 autorisierte Trägerinnen und Träger, und die ersten sind auch am Wochenende schon auf Emder Flaniermeilen zu sehen gewesen: Das „Dörloper”-T-Shirt ist auch beim 30. Ossiloop 2011 das sichtbare Zeichen dafür, dass sich hinter den spannenden sportlichen Duellen an der Spitze viele kleine persönliche Kämpfe abgespielt haben. 1662 Läuferinnen und Läufer stehen als sogenannte Finisher in der offiziellen Ergebnisliste, die alle sechs Etappen bis zum letzten Meter durchliefen, obwohl der sprichwörtliche innere Schweinehund manches Mal am Wegesrand „hör auf dich zu quälen” zu raunen schien. „Drei Wochen am Stück fit zu bleiben kann ganz schön schwierig sein”, heißt es in der Ossiloop-Bilanz der Emder Laufgemeinschaft (ELG): „Einige kämpften mit leichten Erkältungen oder mit Pollenallergien, andere mit Knie- oder Wadenproblemen wie Inga Jürrens.”
Für viele ist es der persönliche Ehrgeiz, durchzuhalten. Vielleicht auch in einer möglichst passablen Zeit, die zum persönlichen Leistungsbild passt. Doch immer mehr lassen sich auch von anderen als individuellen Zielen antreiben: Seit einigen Jahren bereits gibt es neben der ganz normalen Einlaufreihenfolge mit ihren unterschiedlichen Altersklassen-Wertungen auch den VR-Firmencup und den Bünting Tee Cup für Mannschaften. Aussteigen wäre also nicht nur eine persönliche Niederlage, sondern würde auch die Vereinsmannschaft oder das Firmenteam schwächen. Die Teilnehmer müssen sich übrigens entscheiden, ob sie in der Mannschaftswertung oder in einem Firmenteam laufen wollen. Beides geht nicht.
Werden bei den Mannschaftswertungen die drei (Frauen) oder vier (Männer) Schnellsten gewertet, ist es beim Firmencup etwas komplizierter. Einerseits zählen die gelaufenen Kilometer von allen mitlaufenden Firmenangehörigen - sofern sie eine Mindestetappenzahl gelaufen sind. Andererseits gibt es einen Multiplikator, mit dem die unterschiedlichen Firmengrößen ausgeglichen werden: Bewertet wird dabei der Anteil der Ossilooper an der Gesamtbelegschaft. Die Auswirkung ist sichtbar: Die Seefahrtschule mit 20 Dörlopern (EZ-Zählung laut offizieller Finisher-Liste) und die obw Emden (24) liegen vor dem Team Enercon (30), die Hartmann-Group mit sieben auf dem 5. Platz.
Mit den Mannschaftwertungen ist die ELG sehr zufrieden: Die Frauen belegten den ersten Platz, die Männer konnten sich um einen Platz auf Platz 2 verbessern. Zur erfolgreichen Männermannschaft gehört auch Leander Krawietz, der schnellste ELG-Läufer in diesem Jahr . Er kam als Elfter ins Ziel. Sehr zufrieden ist die ELG auch mit ihrer Jugendabteilung, die „hervorragend vertreten” war. Kristin Janssen lief als fünfte der weiblichen Jugend durchs Ziel. Zudem konnte sie erstmalig das Familienduell mit ihrem Vater Bernd gewinnen. Schnellster männlicher Jungendlicher der Emder war der 13 Jährige Jan-Aiko Köhler. Er belegte in einem 2. Ossiloop den 15. Platz.


