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Ostfriesen Zeitung, 07.05.2011
Datum:
09.05.2011
Inhalt
obw baut eine Krippe in Borssum
PÄDAGOGIK Dafür wurde ein 3200 Quadratmeter großes Grundstück gekauft
Der Baubeginn soll im kommenden Jahr sein. Angestrebt wird eine so genannte Inklusions-Einrichtung, in der auch behinderte Kleinkinder aufgenommen werden.VON FRITZ HARDERS
EMDEN - Die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH, kurz obw, und der Verein Agilio sind ihren Plänen ein gutes Stück näher gekommen, in Borssum eine Kinderkrippe zu bauen. In dem Emder Stadtteil ist in dieser Woche dafür ein etwa 3200 Quadratmeter großes Grundstück am Wachholderweg /Ecke Ulmenstraße (beim Lidl-Markt) gekauft worden. Das bestätigte obw-Geschäftsführer Professor Burghardt Zirpins gestern. Man habe ein schönes, gut gelegenes Grundstück gefunden.
Die Krippe soll so gebaut und ausgerichtet werden, dass auch behinderte Kinder dort angenommen werden können. „Diesen Anspruch haben wir“, sagte der obw Geschäftsführer. Die Einrichtung wird 30 Plätze bieten. Der Baubeginn ist für Mitte des nächsten Jahres vorgesehen, wenn die „guten Planungen“ weiter so vorangehen.
Die Krippe in Borssum gehört zur achten Stufe nach dem Gesetz zum Ausbau der Tagesbetreuung, die mit der obw und dem Verein Agilio umgesetzt werden soll. Weil das Kontingent an Bundesund Landesmitteln für den Bau von Kinderkrippen erschöpft ist, muss die Stadt Emden die Baukosten alleine tragen. Die Politik hatte ihre Zustimmung aber schon vor geraumer Zeit signalisiert. Dabei waren Investitionskosten in Höhe von etwa einer Million Euro im Gespräch. Vor dem Baubeginn will die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH die Anwohner einladen, um sie über das Projekt zu informieren. Man wünsche sich ein einvernehmliches Miteinander mit den Nachbarn.
Die obw ist bestrebt, die Kinderkrippe in Borssum über eine integrative Einrichtung hinauszuheben und verfolgt sie das Konzept einer so genannten Inklusions- Krippe. Eltern aller Kinder sollen die Krippe für ihr Kind nutzen, unabhängig vom Grad der Behinderung, sagte Professor Burghardt Zirpins.
Die Inklusion geht über das integrative Angebot hinaus. Sie bedeutet so viel wie Einbeziehung oder Dazugehörigkeit. Dabei wird nicht mehr die Frage gestellt, ob ein Kind aufgenommen werden kann, sondern welche personellen, pädagogischen und baulichen Bedingungen eine Einrichtung bieten muss, um ein behindertes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen aufnehmen zu können. Das sei in groben Zügen mit Inklusion als konzeptionelle Weiterentwicklung gemeint.


