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Emder Zeitung, 10.09.2010

Datum:

14.09.2010

Inhalt

Riesen-Zuccini, Speckbohnen und fünf Zentner Kartoffeln

Erntetag beim Projekt des Landwirtschaftsmuseums Campen.

Campen. Die ersten Früchte des Projektes „Warum schliefen die Menschen im Schrank?" des Ostfriesischen Landwirtschaftsmuseum Campen konnten geerntet werden. Das teilt Museumsleiterin Son­ja Wiltfang mit.

Die Altentagesstätte der Ostfriesische Beschäftigungs­und Wohnstätten GmbH (OBW) hat in den vergangenen Monaten im Museum fleißig gesät, Stecklinge gesetzt, Unkraut gejätet und gegossen. Nun wird ihre Arbeit und Mühe belohnt: Es wird geerntet. Die Zucchinis waren als erste dran, so Wiltfang. „Sie waren riesig." Die größte Zucchini mit fünf Kilo Lebendgewicht versorgte alle 18 Personen am Mittagstisch der Altentages­stätte mit einer leckeren Zucchini-Reis-Pfanne.

Später wurden die Ostfriesischen Speckbohnen gepflückt, „geströpt" und zu einer schmackhaften Bohnenmahl­zeit verarbeitet. Dann kamen die Kartoffeln dran. „Es musste nichts erklärt werden", wun­derte sich Wiltfang, denn Hel­fer „wie Hinni standen sofort kopfüber im Kartoffelacker" und rodeten mit.

Auf Fragen, ob er dies von früher kenne, habe er sofort geantwortet: „Ja, das habe ich viel mit meinen Eltern ge­macht." Die Freude sei groß, weil die Kartoffelernte viel besser ausfällt als erwartet. Insge­samt wurden die fleißigen Rentner mit fünf Zentner Kar­toffeln belohnt.

Diese so genannte Biographiearbeit sei der wichtigste Ansatzpunkt bei der Arbeit im Landwirtschaftsmuseum mit Senioren, erklärt Wiltfang. Besuchern der Altentagesstätte hätten die Möglichkeit, sich an ihre Kindheit oder Jugend zu erinnern und auf Zeitreise in die Vergangenheit zu gehen.

Gleichzeitig könnten sie die Früchte ihrer Anstrengungen ernten. „Sie werden dazu an­regt, sich über ihre eigenen Erinnerungen auszutauschen." In diesem Jahr konnte am Landwirtschaftsmuseum ein kleines Stück Feld dazu gewonnen und ein zweites Hochbeet angelegt werden, das vor allem für Rollstuhlfahrer gut nutzbar ist. Finanziert wurde dies aus Mittel des Museumsprojektes „Warum schliefen die Menschen im Schrank?". Gefördert wird das Projekt des Museums durch die
Sparkassenstiftung Aurich-Norden und die Regionale Kulturförderung,              

ggm/red

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